Raus aus den Kinderschuhen - Hinein in die Serienfertigung

Zum Start in den Oktober meldet sich auch ROGGEMANN MODELLWERK aus der Sommerpause zurück. In dieser Zeit waren wir wirklich gut beschäftigt.

Mit den folgenden Zeilen möchten wir Euch einen Überblick darüber geben, was in den letzten Wochen hinter den Kulissen passiert ist, woran wir gerade arbeiten und wie es jetzt die nächsten Wochen weitergeht.

Wenn Ideen größer werden

 
Jeder kennt den Spruch „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“. So ähnlich erging es uns, als wir damals Bilder unserer ersten Produktideen mit der Z-Community geteilt hatten; von der konstruktiven Kritik und dem ganz überwiegend sehr positiven Feedback motiviert, sind wir losgestürmt, haben ein erstes Sortiment aufgebaut, eine Marke geschaffen, einen Onlineshop eingerichtet und die ersten Bestellungen entgegengenommen.

Dann kommt man früher oder später an einen Punkt, wo man sich fragen muss, wohin die Reise einmal gehen soll, und inwiefern man die persönlichen Strukturen und Gegebenheiten dafür anpassen muss.

Für uns konkret bedeutet das nicht nur, den besonderen Platzbedarf (Werkstatt, Testanlage und Büro) auch bei unserem schon länger geplanten privaten Umzug innerhalb Norwegens zu berücksichtigen, sondern auch eine zukunftsweisende Entscheidung für die Fertigung zu treffen:

Die Besonderheit bei ROGGEMANN MODELLWERK ist, dass Marketing & Modellentwicklung einerseits und Produktion/Versand andererseits von Beginn an örtlich von einander getrennt angesiedelt waren. Während wir selbst in Norwegen wohnen, von wo aus wir Marketing und Modellentwicklung steuern, befindet sich unsere Produktion bei Gifhorn in Deutschland in einer modernen Werkshalle, mit viel Platz für die Maschinen, 24h-Warenannahme, Industriestrom und damit auch innerhalb des EU-Binnenmarkts, was die Logistik enorm vereinfacht.

So war es zumindest ursprünglich gedacht gewesen; denn in Gifhorn war bisher nur eine Produktionsstraße für Schichtdruck (FDM/FFF) ansässig. Die bis dahin wenigen, in Resin gefertigten Modelle, kamen bisher noch aus Norwegen. In den letzten Monaten haben wir daher am Standort Gifhorn eine ganze Fertigung für Resinmodelle aufgebaut, in die Lackiererei investiert und eine weitere Maschine zur Bedruckung der Modelle aufgestellt – Sodass unser Rollmaterial dort nun zukünftig in Serie gefertigt werden kann.

Vom Manufakturbetrieb zur Kleinserie 

Diese klare örtliche Trennung bedingt natürlich gleichzeitig, dass zukünftig nicht mehr jede Lok und jeder Waggon einmal durch unsere eigenen Hände gelaufen ist, sondern durch neue Kolleginnen und Kollegen hergestellt und montiert wird. Wir können uns damit voll und ganz auf die Modellentwicklung konzentrieren. Das ist bei unseren Produkten aus der Schichtdruckproduktion schon seit Verkaufsstart im Januar 2026 der Fall, allerdings handelt es sich dort überwiegend um Gebäudebausätze oder fertige Teile, die wenig bis keine Montage benötigen und deren Fertigung entsprechend weniger komplex ist.
Diese Umstellung und das Anlernen der neuen Kollegen sowie das Erlernen der neuen Herstellungsprozesse braucht etwas Zeit, sollte uns aber mittelfristig deutlich höhere Stückzahlen ermöglichen, damit wir die schon jetzt vorliegenden Bestellungen auch zufriedenstellend bewältigen können.

Die Testphase ist erfolgreich absolviert und wir befinden uns mittlerweile in der Produktion der ersten Waggons und Lokomotiven.

Warum etwas "Fertiges" nicht automatisch ein Produkt ist

 
Ein anderer Aspekt ist die Handelbarkeit der geschaffenen Produkte im Rahmen eines professionellen Vertriebs.

CE-Zeichen, Rohs-Compliance, die Teilnahme an nationalen Verpackungssystemen und Recycling-Ringen – Kennen wir Alle vom täglichen Einkaufen, ohne das wir als Konsument den Symbolen zwangsweise eine hohe Bedeutung beimessen; dazu kommen Hersteller-interne Artikelnummern sowie 13-stellige EAN-Nummern, am besten mit Barcode – ein Standard, den heutzutage jede Orangensaft-Flasche erfüllt.

Um einen Teil dieser Dinge kommt man als Hersteller – auch in der Kleinserie – gar nicht mehr herum. Bei der Mehrzahl der anderen Punkte muss man sich entscheiden: Bleibt man bei wirklich kleinen Auflagen und verkauft die Produkte ausschließlich selbst? Dann schränkt man sich schon allein aufgrund der neuen EU-Verpackungsrichtlinie und des hohen individuellen Aufwands, im Ausland – ggf. auch noch außerhalb Europas Einzelkunden zu bedienen – enorm ein. Der dann deutlich kleinere, erzielbare Umsatz beschränkt dann damit auch die Möglichkeiten, Modellentwicklung und Produktion nachhaltig immer weiter zu verbessern.

Oder denkt man die Idee eine Nummer größer, passt sich an, nimmt an allen geforderten Systemen teil und investiert in die genannten Normen und somit in die Handelbarkeit seiner Produkte?
Der Prozess, all diese (teilweise) sehr bürokratischen Hürden aus dem Weg zu schaffen, ohne ein Vermögen für große Anwaltskanzleien auszugeben, fordert gerade kleinen Unternehmen eine Menge Eigeninitiative ab. Ermöglicht dann allerdings auch die Integration in das Warensystem unserer Händler.

Das Händlernetz wächst

 
Neben dem 1zu220 Shop von HRT – wo nun schon seit einigen Wochen Vorbestellungen unserer Produkte möglich sind - und Moba-Tech in Deutschland, konnten wir mit NMJ (Oslo, Norwegen) bereits den ersten Händler im Ausland begrüßen, der uns in sein Sortiment aufnimmt und zukünftig den für uns so wichtigen Skandinavischen Markt beliefern wird. Mit Ztrack Center steht zudem unser zukünftiger Exklusiv-Vertrieb für Nordamerika (USA & Canada) in den Startlöchern. Mit weiteren Händlern im In -und Ausland sind wir im Gespräch.

„NORDLANDIA“ im 2. Anlauf gestartet

 
Nachdem wir unseren Umzug in Norwegen nun erfolgreich überstanden haben, hat nicht nur die Prototypen-Werkstatt Ihren Platz gefunden; auch der lang ersehnte Neu-Aufbau unserer eigenen Spur Z Anlage nach Skandinavischem Vorbild konnte nun endlich gestartet werden. Hier können wir zukünftig unsere Modellkreationen testen, fine-tunen und Bildaufnahmen und Videos der Produkte in Aktion aufnehmen. Bis es so weit ist, wird sicher noch etwas Zeit vergehen, aber der Weg ist ja bekanntlich das Ziel – insbesondere im Modellbau...

Die einzelnen Bau-Etappen werden wir regelmäßig sowohl als Kurz-Clip, wie auch kommentiert als längeres Video auf unserem Youtube-Kanal hochladen, und freuen uns schon jetzt auf den Austausch mit Euch.

Schaut doch einfach mal vorbei: https://www.youtube.com/@ROGGEMANNMODELLWERK

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